Solidarität mit ALLEN Geflüchteten! Demo am 26. September in Dortmund

Wir rufen auf, solidarisch mit ALLEN Geflüchteten auf die Straße zu gehen.

Samstag 26. September 2015 | 15 Uhr | Dortmund Hauptbahnhof/Nordausgang

Gemeinsame Anreise ab Bochum Hbf Gleis 6 mit dem RE 10261 um 14:40 Uhr, Ankunft 14:52 Uhr.

Es ist an der Zeit sich gemeinsam rassistischer Hetze und den alltäglich gewordenen rassistischen Äußerungen im Netz, in der Politik, den Medien, im Freundeskreis und der Familie, am Arbeitsplatz und an der Schule entgegenzustellen!

Gegen Stimmungsmache gegen Geflüchtete!
Gegen das Zusammenpferchen von Menschen in Massenunterkünften!

Gegen rassistische Übergriffe, Hetze und Pogrome: in Dortmund, Witten, Freital, Heidenau und überall!

SOLIDARITÄT – JETZT!

Unterstützerliste: Refugees Welcome Dortmund

Einladung bei Facebook: Solidarität mit allen Geflüchteten – Demo in Dortmund am 26. September 2015

Begegnungscafe lysa ab September

Das Begegnunstreffen Café lysA wird ab sofort von einer anderen Gruppe betrieben und hat nun eine eigene Facebook-Seite: Begegnungscafe lysa
Es findet jeden 1. und 3. Montag um 17:00 im Vereinsheim Teutonia Ehrenfeld, in direkter Nachbarschaft zur Flüchtlingsunterkunft Wohlfahrtstr. Bochum statt und bietet Gelegenheit zum zusammensitzen, sich kennenlernen, Musik hören, spielen, diskutieren und auch beraten. Die Eröffnung ist am 07.09.15 um 17:00. Interessierte, Helfer und Geflüchtete sind herzlich eingeladen!

Sommerpause und Ausblick

Leider ist unsere Gruppe in den letzten Monaten stark geschrumpft. Jetzt, wo noch die Urlaubszeit bzw. Klausurphase hinzu kommt, sind wir leider kaum noch arbeitsfähig. Aus dem Grund haben wir beschlossen, im August eine Pause einzulegen und uns erst am Donnerstag, dem 17. September zum regulären Plenumstermin wieder zu treffen. Unser Schwerpunktthema wird dann zunächst die Unterbringungssituation in Bochum sein. Aber natürlich werden wir auch andere Themen, wie etwa Abschiebungen, nicht aus dem Blick verlieren. (Dazu an dieser Stelle nochmal der Verweis auf die Gruppe Abschiebestop Ruhr an deren Gründung der Treffpunkt Asyl ja nicht ganz unschuldig war.)

Weiterhin wurde beschlossen, das Café lysA einzustellen. Stattdessen wollen wir uns nun wieder ganz der politischen Arbeit widmen. Erfreulicherweise haben sich mittlerweile in den meisten Bochumer Unterkünften Unterstützungsstrukturen etabliert, und insbesondere in der Wohlfahrtstraße gibt es so viele Angebote, dass der Wegfall unseres Begegnungstreffens kein Loch reißen wird.

Unser Plenum wird von nun an nicht mehr in den Räumen des Flüchtlingsrats NRW stattfinden. Ein neuer Raum muss noch gefunden werden. Vorschläge für einen neuen Treffpunkt nehmen wir gerne an. Wir werden prüfen, ob das Plenum im Vereinsheim an der Wohlfahrtstraße stattfinden kann – das hätte insbesondere den Vorteil, dass sich dann dort wohnende Geflüchtete, die politisch aktiv werden wollen, mit geringem Aufwand bei uns beteiligen können.

Wir würden uns freuen, zu unserem Plenum am 17.9. viele dauerhaft engagierte Menschen begrüßen zu dürfen! Bitte merkt euch den Termin schonmal vor und gebt ihn an interessierte Leute weiter. Der Ort wird rechtzeitig vorher an dieser Stelle bekannt gegeben.

Offenes flüchtlingspolitisches Treffen am 16.7. um 18:30 Uhr

An jedem 3. Donnerstag des Monats findet um 18:30 Uhr das offene flüchtlingspolitische Treffen des Treffpunkt Asyl Bochum in den Räumen des Flüchtlingsrats NRW (Wittener Straße 201, 44803 Bochum, Straßenbahnhaltestelle Freigrafendamm) statt. Wir laden daher jede/n, der/die sich mit unseren Zielen identifiziert zu unserem nächsten Treffen am Donnerstag, dem 16.7. ein!

Café am 2.7. entfällt

Leider müssen wir das Café lysA am 2. Juli erneut ausfallen lassen. Über die Zukunft des Cafés werden wir bei unserem nächsten Plenum entscheiden.

Offenes flüchtlingspolitisches Treffen am 18.6. um 18:30 Uhr

An jedem 3. Donnerstag des Monats findet um 18:30 Uhr das offene flüchtlingspolitische Treffen des Treffpunkt Asyl Bochum in den Räumen des Flüchtlingsrats NRW (Wittener Straße 201, 44803 Bochum, Straßenbahnhaltestelle Freigrafendamm) statt. Wir laden daher jede/n, der/die sich mit unseren Zielen identifiziert zu unserem nächsten Treffen am Donnerstag, dem 18.6. ein! Inhaltlich wird es um eine Solidaritätsaktion für die protestierenden Geflüchteten in Dortmund, um die Planung des nächsten Café lysA sowie weiterhin um das Thema Abschiebung gehen.

Abschiebungen praktisch verhindern

Auf Einladung der Linksjugend Bochum werden AktivistInnen des Treffpunkt Asyl Bochum am Mittwoch, dem 10.6. um 19:00 Uhr im Sozialen Zentrum das Thema Abschiebung genauer beleuchten und klären, was eine Abschiebung ist, wie sie abläuft, warum Flüchtlinge abgeschoben werden und was man im Bochum und Umgebung konkret tun kann, um von Abschiebung betroffenen Menschen zu helfen.

In der Einladung heißt es:

Die Abschiebungspraxis deutscher Behörden ist für viele Asylsuchende traumatisierend. MitarbeiterInnen der Polizei und der Ausländerbehörden kommen – oft unangekündigt – nachts oder in den frühen Morgenstunden in die Flüchtlingsunterkünfte oder Wohnungen, um die Betroffenen zum Flughafen zu bringen. Innerhalb kurzer Zeit müssen sie entscheiden, was sie mitnehmen möchten, wobei ihr Gepäck höchstens 20 kg pro Person betragen darf. Sich von Freunden und Verwandten zu verabschieden oder einen Rechtsanwalt zu kontaktieren, wird ihnen verwehrt.
Insbesondere für Kinder sind solche Szenen traumatisierend. Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsinitiativen kritisieren Abschiebungen deshalb als inhumane Praxis. Auch in der Zivilgesellschaft regt sich zunehmend Widerstand, wie auch an der bundesweit zunehmenden Zahl von Abschiebungen zu sehen ist, die durch Blockaden verhindert wurden. Dennoch wurden im Jahr 2014 mehr als 10.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben, 52 davon aus Bochum.

Offenes flüchtlingspolitisches Treffen am 21.5. um 18:30 Uhr

An jedem 3. Donnerstag des Monats findet um 18:30 Uhr das offene flüchtlingspolitische Treffen des Treffpunkt Asyl Bochum in den Räumen des Flüchtlingsrats NRW (Wittener Straße 201, 44803 Bochum, Straßenbahnhaltestelle Freigrafendamm) statt. Wir laden daher jede/n, der/die sich mit unseren Zielen identifiziert zu unserem nächsten Treffen am Donnerstag, dem 21.5. ein! Das gilt natürlich insbesondere auch für die Teilnehmer der Arbeitsgruppen, die sich am 9. April bei unserer Veranstaltung zu Abschiebungen gegründet haben.

Bochumer Oberbürgermeisterin Scholz fordert Verzicht auf Einzelfallprüfungen und Durchsetzung von Familientrennungen

In einem jetzt bekannt gewordenen Brief an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fordert die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) gemeinsam mit anderen BürgermeisterInnen und Landräten aus dem Ruhrgebiet die Abschaffung von Einzelfallprüfungen vor Abschiebungen bei besonders diskriminierten Minderheiten, Alten und Kranken. Flüchtlinge sollen auch dann abgeschoben werden, wenn dadurch Familien auseinandergerissen werden, heißt es in dem Schreiben, auf das die Bochumer Linksfraktion aufmerksam machte:

Wir erwarten jedoch vom Land, dass die Vorraussetzungen, bestandskräftig abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückzuführen, nicht unnötig und auf dem Verwaltungswege für Nordrhein-Westfalen erschwert wird.

Nicht nur nicht hilfreich, sondern geradezu kontraproduktiv sind Erlasse, die darauf abzielen, im Nachgang zu bestandskräftig festgestellten Ausreiseverpflichtungen noch einmal in Einzelfallprüfungen einzutreten und Familienverbünde nicht auseinanderzuziehen. (S. z.B. Erlasse vom 22.12.2014 15-39.13.09-3-14-404(2603) und 21.09.2010 15-39.13.09-5-10/128)

Dazu nimmt der Flüchtlingsrat NRW wie folgt Stellung:

[…] Der erstgenannte Erlass soll an dieser Stelle kurz zusammengefasst werden. Er weist auf die schwierigen Lebensbedingungen von Angehörigen der Volksgruppen der Roma, Ashkali und Ägypter bei ihrer Rückkehr in den Kosovo, in die Republiken Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und Serbien hin und fordert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausländerbehörden dazu auf, bei besonders schutzbedürftigen Personen eine sorgfältige Einzelfallprüfung vorzunehmen, um unzumutbare Härten zu vermeiden. […] Der Erlass weist im Grunde nur auf die sowieso gegebene gesetzliche Verpflichtung der Ausländerbehörden hin, vor einer Abschiebung die rechtlichen und tatsächlichen Vollstreckungshindernisse zu prüfen. Erkrankungen und familiäre Bindungen können solche Hindernisse bei der Vollstreckung einer Abschiebung sein und müssen demnach Berücksichtigung finden,  denn natürlich haben auch abgelehnte Asylsuchende Rechte, die ihnen zustehen. […]
Erstaunlich ist zudem, dass andere Bundesländer Ende letzten Jahres die Kommunen nicht nur aufgefordert haben, ihre Arbeit bei den oben genannten Volksgruppen sorgfältig durchzuführen, sondern noch einen Schritt weiter gingen und Winterabschiebestopps erließen. Daher kann der von den Oberbürgermeistern und Landräten genannte Erlass der NRW-Regierung sogar bereits als abgeschwächt angesehen werden. […]

Darüber hinaus kritisiert der Flüchtlingsrat die im Brief vorgenommene Unterscheidung zwischen „guten“ Kriegsflüchtlingen und „schlechten“ sogenannten „Armutszuwanderern“. Berichte von Organisationen wie Pro Asyl zu Bulgarien  oder Amnesty International zu Rumänien zeigen überdeutlich, dass die genannten Länder derzeit nicht in der Lage sind, Flüchtlinge oder eigene Minderheiten wie etwa Roma angemessen unterzubringen und ihnen Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen sowie Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die von den Unterzeichnern des Briefs vorgenommene Vermischung zwischen EU-Binnenmigration und Asyl lässt die Forderung, zulasten der „schlechten“ Flüchtlinge oder Migranten Plätze für „gute“ Flüchtlinge „freizuziehen“, zusätzlich unsachlich und irreführend erscheinen.

Die Ausdrucksweise der Oberbürgermeister und Landräte erweckt schnell den Eindruck, dass hier eine Unterscheidung in ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Flüchtlinge vorgenommen wird und legt die Frage nahe, ob diese Unterscheidung Folgen für das ihnen entgegengebrachte Maß an Fairness und Freundlichkeit oder die Form der Unterbringung hat. Es handelt sich bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen, nach Ansicht des Flüchtlingsrates NRW e.V., jedoch nicht nur um eine rechtliche „Verpflichtung“, sondern auch um eine humanitäre Verantwortung, die es zu übernehmen gilt.

Wenig hilfreich ist es zudem, in dem gemeinsamen Brief, der das Thema Flüchtlinge, deren Unterbringung und Rückführung behandelt, zusätzlich die EU-Binnenmigration ins Spiel zu bringen. Auch im öffentlichen Diskurs werden diese Themengebiete gern verwechselt und fördern nicht selten Ressentiments in der Bevölkerung.

Auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat den Brief mitgezeichnet und zog sich damit prompt den Beifall der rechtsextremen Onlineplattform DortmundEcho auf sich. „Die unterzeichnenden OberbürgermeisterInnen und Landräte machen sich zu Vertreter von Nützlichkeitslogik und Inhumanität und zum Sprachrohr von RassistInnen und Nazis“, kommentiert Refugees Welcome Dortmund zutreffend.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wies den Vorschlag laut Informationen der studentischen Zeitung akduell zurück. In dem Antwortschreiben heißt es:

Nach meiner Überzeugung sollte der Entscheidung über die Rückführung aus humanitären Gründen in bestimmten problematischen Konstellationen bei besonders schutzbedürftigen Personen eine sorgfältige Einzelfallprüfung vorausgehen. […] Die Erlasslage zielt in diesen Fällen in Übereinstimmung mit dem Ausländerrecht auf einen sensiblen Ausgleich des staatlichen Rückführungsinteresses und den individuellen Belangen ausreisepflichtiger Personen. Diese Aspekte sollten auch in der aktuellen Situation nicht aus dem Blick geraten.